Deutsche Vulkanologische Gesellschaft e.V., Mendig |
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Exkursion in die Südliche AuvergneCantal und Velay 2005
von Walter Müller |
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Vom 06. bis zum 14.08.05 erlebten 34 DVG-Mitglieder unter fachkundiger Führung von Prof. Wilhelm Meyer herrliche Vulkanlandschaften im Französischen Zentralmassiv. Die Schwerpunkte bei dieser Exkursion bildeten die Vulkanbauten des Cantal und Velay in der südlichen Auvergne. Unterkunftsort für den ersten Teil der Reise war das 880 m hoch, auf einem Lavastrom gelegene Städtchen St. Flour. Mit Erstaunen nahm man auf, dass die berühmte „Säulengalerie“ trotz der klar erkennbaren Trennfläche nur einem einzigen Lavastrom zuzuordnen ist. Zwischen einer unteren und oberen Kolonnadenanordnung wurde auf die so genannte „Entablatur“ hingewiesen. |
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Auf der Fahrt am Sonntag ins tertiärzeitliche Basaltgebiet der Mts. Aubrac musste am Eisenbahnviadukt von Garabit ein Fotostopp eingelegt werden, zu schön war die von Gustave Eiffel errichtete Stahlkonstruktion aus den Jahren 1882 - 1884. |
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Nach einer kleinen Wanderung führte die Rückfahrt über Chaudes Aigues, eine von Thermalquellen beheizte Kleinstadt. |
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Der Montag begann mit einem Kirchenbesuch. Die romanische Eglise von Roffiac bot mit einem Hauch von Gotik einen herrlichen Anblick. |
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Danach erreichten die Vulkanfreunde das von kapellengekrönten Basaltkuppen eingerahmte alte Bergstädtchen Murat. Die aus einer gemeinsamen Magmaspalte gespeisten Vulkanbauten des Bredons, Bonnevie und Chastel, von deren Gipfeln alte Kirchen bzw. eine Madonna grüßten, lösten allergrößte Bewunderung aus. |
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Nächstes Ziel war die Gipfelregion des Cantal mit dem Peyrol-Pass. Hier konnte nach einer wohltuenden Mittagspause der 1783 m hohe Puy Mary bestiegen werden. Es war schon etwas beschwerlich, doch der Ausblick von oben war einzigartig schön. Pflanzen- und Tierfreunde kamen auch voll auf ihre Kosten, einmal waren es diverse Enzianarten, zum anderen Eidechsen, Käfer und besondere Heuschrecken. |
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Auf der Rückfahrt nach St. Flour erfreuten sich die geologisch Interessierten aus der Gruppe bei einem Halt in der Nähe von Murat an Pflanzenfossilien, die sie aus Kieselgurplatten schnitten. |
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Der Dienstag war gekennzeichnet durch den Besuch des Musée des Volcans in Aurillac. Auf der Fahrt dahin, durch den Südteil des Cantal, zogen besonders die während der Eruptionsphase entstandenen Schuttlawinen die Blicke an. |
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Eine besondere Augenweide waren die Aussichten auf die bis zu 1855 m hohen Berggipfel des zentralen Cantal Vulkans auf dem Nachhauseweg. |
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Der Mittwoch führte die Gruppe in ihr zweites Hotel nach Le Puy en Velay. Auf dem Weg dorthin, über die Berge des Margeride-Gebietes, wurde ein besonders interessanter Ort aufgesucht. Etwa 500 m südlich des Dörfchens St. Arcons im Allier-Tal bot sich die Gelegenheit, einen Lavastrom zu betrachten, bei dem einzigartige Kolonnaden (Basaltorgeln) mit einer Deckenüberlagerung aus „falschen Prismen“ und darüber liegenden „falschen“ Kolonnaden Begeisterung auslösten. Der Blick von hier hinunter ins Allier-Tal rundete den Einblick in eine bezaubernde Landschaft ab. |
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Am Nachmittag erwartete die DVGler eine deutschsprachige Stadtführung in Le Puy, die mit Fug und Recht als einzigartig bezeichnet werden kann. Was diese Stadt zu bieten hat, ist einfach großartig. Höhepunkt war die Besteigung der von einer romanischen Kirche gekrönten Schlotfüllung Rocher d’Aiguilhe. |
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Eindrucksvolle Panoramen in einer wunderschönen, von Vulkanbauten geprägten Landschaft reihten sich am Donnerstag entlang des Weges zur ehemaligen Abteikirche Saint-Robert aus dem 14. Jh. in La Chaise Dieu, in der Papst Clemens VI. (1342 – 1352) seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Hier boten sich der Gruppe großartige Eindrücke auvergnatischer Kirchenkultur. |
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Nach erholsamer Mittagspause in Ambert stand der Besuch der Papiermühle Richard-de-Bas auf dem Programm, wo die Wiege französischer Papierherstellung stand. Eine Vielfalt von Schlotfüllungen, Phonolith-Domen und trockenen Maarkesseln beeindruckte die Gruppe auf der Weiterfahrt, und die umfassenden Erklärungen von Prof. Meyer beantworteten alle aufkommenden Fragen. |
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„Auf zur Loirequelle“ hieß es am Freitag, und das bedeutete, dem Gerbier de Jonc einen Besuch abzustatten. Am Fuße dieses zuckerhutähnlichen Phonolith-Doms entspringt der „Schlösserfluss“ in einem Bauerngehöft. Nach faszinierenden Ausblicken über die Vulkanbauten der Region führte die Weiterfahrt über Usclades und Montpezat, wo malerische Basaltsäulen in einem das Tal ausfüllenden Basaltlavastrom als eindrucksvolle Zeugen vergangener Vulkanaktivitäten den Vulkanfreund erfreuten. |
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Nach den malerischen Eindrücken im oberen Loiretal, zeigte sich später auch noch das Ardèchetal in seiner ganzen Pracht. Im alten Städtchen Aubenas war dann Gelegenheit zu einer „lohnenden“ Pause mit Speis und Trank. |
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Prof. Meyer ist auch mit ganzem Herzen Botaniker, und deshalb stand nun „Botanisieren in der Garrigue“ auf dem Programm. Die Garrigue hat ihren Namen von „Garric“, dem okzitanischen Wort für die Kermes-Eiche, einem Busch mit stachelspitzigen, immergrünen Blättern. Jahrtausendelange Übernutzung der ursprünglichen Wälder durch Abholzen, Feuer und Beweidung führte zu dieser Vegetationsform. Charakteristisch sind daher stachelige und aromatische Hartlaubgewächse, die sich so vor den Weidetieren schützen. |
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Den Abschluss eines vielfältig interessanten Tages machte der imposante Basaltlavastrom bei Thueyts. |
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Bevor es am Sonntag wieder zurück in unsere Vulkan-Eifel gehen sollte, bot der Samstag noch einmal jedem von uns „Vulkanismus pur“. Am Vormittag kamen alle Wander- und Naturfreunde voll auf ihre Kosten, und am Nachmittag wurden die „Geologen-Hämmer“ aktiv. Bei der Umrundung des 38 m tiefen Maarsees Lac du Bouchet gab es interessante Gesteine zu betrachten, und eine vielfältige Flora und Fauna begeisterte die daran Interessierten. Trockenmaare und Schlackenkegel in ihrer ganzen Schönheit begleiteten den von Hermann traumhaft sicher gefahrenen Bus auf die beherrschende Höhe vor Le Puy, den Vulkanbau Mont Denise. Doch zuvor gab es ein Picknick am Rande des Trockenmaares La Sauvetat, den einen Gelegenheit zur Entspannung und anderen zum Hämmern und zur Fotosafari nach Pflanzen und Tierchen. |
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Im ehemaligen Steinbruch des Mont Denise begrüßte uns ein französischer Geologe, der hier „zu Hause ist“. Entsprechend umfassend waren die Eindrücke, die wir gewinnen durften. Neben dem „Innenleben“ dieses Vulkans und seinem Einfluss auf die Region um Le Puy wurde uns auch die Vielfalt der im Basalt und den Schlacken verborgenen Mineralien präsentiert. |
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| Am Sonntag trafen wir nach angenehmer Busfahrt um 18 Uhr wieder in Mendig ein, wo uns nach sonnigem Auvergne-Wetter neben einigen daheimgebliebenen Vulkanfreunden das „durchwachsene“ Eifel-Klima begrüßte. Über 900 Fotos gilt es nun auszuwerten und die überwältigenden Eindrücke aus dem Französischen Zentralmassiv aufzuarbeiten. Gleichzeitig kommt dabei Freude auf, denn in wenigen Wochen sind wir DVGler wieder unterwegs, dann ist die „vulkanische“ Schwäbische Alb das Ziel erlebnisorientierter Vulkanfreunde. | ||||
| © 2005 Fotos und Text: Walter Müller, Layout: Friedrich Rick | ||||