Deutsche Vulkanologische Gesellschaft e.V., Mendig

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Mineralien und Gesteine AG

 

Exkursion ins Siebengebirge

 05/2007

mit Prof. Dr. Wilhelm Meyer

letzte Aktualisierung 16.05.2007

 

 

Zur Exkursion mit Prof. Meyer durchs südliche Siebengebirge hatten sich 20 Teilnehmer eingefunden. Startpunkt war die Margarethenhöhe an der Straße von Königswinter nach Ittenbach. Hier zeigt Prof. Meyer den Verlauf der Route, die vor uns lag.
Einen Überblick über die Gesteine zeigt der Park am Forstzentrum.
Weiter ging es durch den Ortsteil Perlenhardt vorbei an einem bewohnten alten Steinbruch mit der besonderen Dekoration ....
zum aufgelassenen Steinbruch Perlenhardt. Der Steinbruch ist seit dem Erliegen der Abbauarbeiten im Siebengebirge  stark zugewachsen. Es handelt sich hier um einen Quarz-Trachyt, einem weißlich grauen Gestein mit Sanidinkristallen, Plagioklas und Biotit. Jedenfalls steht das so in der Literatur. Einiges konnte man noch aus Lesesteinen erkennen.
Diskussion im Steinbruch zur Entstehungsgeschichte des Siebengebirges und der darin vorkommenden Gesteine.
Als nächste Station war die Löwenburg angepeilt, doch zunächst fiel der Blick auf den Ölberg, mit 460 m der höchsten Berg des Siebengebirges.
Auf dem Weg zur Löwenburg hatte man einen wunderbaren Überblick auf das westlich vor uns liegende Siebengebirge mit Drachenfels (links) und Wolkenburg (rechts).
Ankunft auf der Löwenburg.
Die Kuppe der Löwenburg ist Teil der Trachyttuffdecke, die durch gangartig eingedrungene Gesteine vor der Abtragung geschützt wurde. Im Gipfelbereich steht ein Gestein an, das als phonolithischer Tephrit bezeichnet wird. (Klassifizierung im QAPF-Diagramm nach STRECKEISEN)
Das Besondere an der Löwenburg ist neben der hervorragenden Aussicht ein historischer Vermessungspunkt, ein sogenannter Hauptdreieckspunkt. Napoleon hatte 1801 den Auftrag gegeben, für die  vier französischen linksrheinischen Departments eine topografische Karte zu schaffen. Die vermessungstechnische Aufnahme erfolgte in den Jahren 1804-06 durch den Obersten Tranchot. Die Löwenburg eignete sich besonders gut als Hauptdreieckspunkt, da sie durch die damals noch besser erhaltene Burgruine von weitem sichtbar und erkennbar war.

 

Tranchot peilte noch die Turmruine an, der heute dort stehende Granitpfeiler wurde erst später, 1891, errichtet. Im Zuge von Restaurierungsmaßnahmen im Sommer 1984 wurde der heute vorzufindende Zustand hergestellt. 

Die Höhe des Pfeilers über NN beträgt 454,98 m.

Angepeilt werden konnten z.B. die Nürburg in der Eifel und der Kölner Dom.

Nach einer Mittagspause mit Eintopf und Würstchen im Löwenburger Hof ging es steil den Berg hinunter ins Rhöndorfer Tal zum Kühlsbrunnen.

Der Steinbruch heute.
Immer noch gut zu sehen: Ein in die Tuffdecke eingedrungener Alkalitrachyt-Gang, in den später ein basaltischer Gang eingedrungen ist. Das gelblich-grüne Gestein ist nach VIETHEN ein Sodalith-Alkalitrachyt.
Steinbruch ca. 1910
(Johannes Uhlig: Die Entstehung des Siebengebirges, Bonn 1914)

Hier noch besser zu sehen ist die helle Tuffdecke links oben.
Nach steilem Aufstieg zurück auf die Höhe des Löwenburger Hofes war eine Rast gefällig, die auch für ein Gruppenfoto genutzt wurde.
Zurück auf dem Parkplatz dankte Toni Wieland, der auch diese Exkursion organisiert hatte, Herrn Prof. Meyer für die sehr interessanten Erklärungen und für seine freundliche Bereitschaft, die Mineralien-AG zu führen.  

 

© 2007, Friedrich Rick, Bilder: F. Rick, K.-H. Kaiser